Die Geschichte vom Herrn Müller


h1 Dezember 3rd, 2005

Bohlen - Müller MilchDas hier, das ist der Herr Müller. Der Herr Müller kommt aus Aretsried, das liegt in Bayern, also ganz im Süden.

Der Herr Müller ist ein Unternehmer und das, was in den Fabriken von Herrn Müller hergestellt wird, habt ihr sicher alle schon mal gesehen, wenn ihr im Supermarkt wart. Der Herr Müller stellt nämlich lauter Sachen her, die aus Milch gemacht werden. Naja, eigentlich stellen die Kühe die Milch her, aber der Herr Müller verpackt sie schön und sorgt dafür, daß sie in den Supermarkt kommen, wo ihr sie dann kaufen könnt.

Die Sachen, die der Herr Müller herstellt sind so gut, daß sogar der Herr Bohlen dafür Werbung gemacht hat. Weil der Herr Müller ein Unternehmer ist, hat er sich gedacht, er unternimmt mal was und baut eine neue Fabrik. Und zwar baut er sie in Sachsen, das ist ganz im Osten.

Eigentlich braucht niemand eine neue Milchfabrik, weil es schon viel zu viele davon gibt, und diese viel zu viele Milchprodukte produzieren, aber der Herr Müller hat sie trotzdem gebaut.

Und weil die Leute in Sachsen ganz arm sind und keine Arbeitsplätze haben, unterstützt der Staat den Bau neuer Fabriken mit Geld. Arbeitsplätze hat man nämlich im Gegensatz zu Milchprodukten nie genug.

Also hat der Herr Müller einen Antrag ausgefüllt, ihn zur Post gebracht und abgeschickt.

Ein paar Tage später haben ihm dann das Land Sachsen und die Herren von der Europäischen Union in Brüssel einen Scheck über 70 Millionen Euro geschickt.

70 Millionen, das ist eine Zahl mit sieben Nullen, also ganz viel Geld. Viel mehr, als in euer Sparschwein passt.

Der Herr Müller hat also seine neue Fabrik gebaut und 158 Leute eingestellt. Hurra, Herr Müller. Nachdem die neue Fabrik von Herrn Müller nun ganz viele Milchprodukte hergestellt hat, hat er gemerkt, daß er sie gar nicht verkaufen kann, denn es gibt ja viel zu viele Fabriken und Milchprodukte.

Naja, eigentlich hat er das schon vorher gewußt, auch die Herren vom Land Sachsen und der Europäischen Union haben das gewußt, es ist nämlich kein Geheimnis. Das Geld haben sie ihm trotzdem gegeben.

Ist ja nicht ihr Geld, sondern eures. Klingt komisch, ist aber so. Also was hat er gemacht, der Herr Müller? In Niedersachsen, das ist ziemlich weit im Norden, hat der Herr Müller auch eine Fabrik. Die steht da schon seit 85 Jahren und irgendwann hatte der Herr Müller sie gekauft. Weil er jetzt die schöne neue Fabrik in Sachsen hatte, hat der Herr Müller die alte Fabrik in Niedersachsen nicht mehr gebraucht, er hat sie geschlossen und 175 Menschen haben ihre Arbeit verloren.

Wenn ihr in der Schule gut aufgepasst habt, dann habt ihr sicher schon gemerkt, daß der Herr Müller 17 Arbeitsplätze weniger geschaffen hat, als er abgebaut hat. Dafür hat er 70 Millionen Euro bekommen.

Wenn ihr jetzt die 70 Millionen durch 17 teilt, dafür könnt ihr ruhig einen Taschenrechner nehmen, dann wißt ihr, daß der Herr Müller für jeden vernichteten Arbeitsplatz über 4 Millionen Euro bekommen hat.

Da lacht er, der Herr Müller. Natürlich nur, wenn niemand hinsieht. Ansonsten guckt er ganz traurig und erzählt jedem, wie schlecht es ihm geht.

Aber der Herr Müller sitzt nicht nur rum, sondern er sorgt auch dafür, daß es ihm besser geht. Er ist nämlich sparsam, der Herr Müller.

Sicher kennt ihr die Becher, in denen früher die Milch von Herrn Müller verkauft wurden. Die schmeckt gut und es passten 500 ml rein, das ist ein halber Liter. Seit einiger Zeit verkauft der Herr Müller seine Milch aber in lustigen Flaschen, nicht mehr in Bechern. Die sind praktisch, weil man sie wieder verschließen kann und sehen hübsch aus.

Allerdings sind nur noch 400 ml drin, sie kosten aber dasselbe. Da spart er was, der Herr Müller. Und sparen ist eine Tugend, das wissen wir alle.

Wenn ihr jetzt fragt, warum solche ekelhaften Schmarotzer wie der Herr Müller nicht einfach an den nächsten Baum gehängt werden, dann muß Ich euch sagen, daß man so etwas einfach nicht tut.

Wenn ihr aber das nächste mal im Supermarkt seid, dann laßt doch einfach die Sachen vom Herrn Müller im Regal stehen und kauft die Sachen, die daneben stehen. Die schmecken genauso gut, sind meistens billiger und werden vielleicht von einem Unternehmer hergestellt, für den der Begriff “soziale Verantwortung” noch eine Bedeutung hat.

Per Mail erhalten; Urheber leider unbekannt.



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19 Kommentare zu “Die Geschichte vom Herrn Müller”

  1. also ich kann nicht ganz damit übereinstimmen, aber ist schon n netter text


  2. so ein kokolores…bohlen ist der eigentlich böse in diesem zusammenhang


  3. haha bohlen und müller… beide dumm und dreist und geldgeil


  4. Pädagogisch wertvoll in unserem Desinformationszeitalter


  5. des is ja mal wirklich geil


  6. […] Bildquelle: http://www.curiosum.org/ 6. Februar 2006, 13:22 Uhr Beruf, Sonstiges […]


  7. Habe mir das Bild von dir geklaut und auf meine Seite gepackt, mit einem Bildquellenvermerk.

    Ich hoffe das ist ok.
    Gruß Heiko


  8. hm…der autor ist unbekannt und bleibt es wohl auch besser. dieser text ist einem “Kommentar” der gestrigen Ausgabe der Kieler Nachrichten entnommen udn wurde etwas verfälscht. Es wurde exzerpiert und nun ist er leider nur noch halb so gut wie in der gestrigen Zeitungsausgabe, schade :/


  9. @ joni: höhö… hast Du Dir das Veröffentlichungsdatum angesehen? 03.12.2005 um 2:26… wer hat da geklaut? ;-)


  10. hehe wies aussieht hat der Matthias da recht^^ ;D tja da hat die zeitung wohl geklaut….


  11. herr müller ist seit langem dafür bekannt, dass er keine - insbesondere umwelt- - schweinerei ausläßt, die man so machen kann. insofern ist diese art von (leider legalem) subventionsbetrug also nicht verwunderlich.

    im grunde funktioniert ein großer teil des aufbaues ost auf diese weise - umschichtung von steuergeldern in private hände.


  12. find den Text schon witzig, is geil, nur an manchen stellen nich so. Leider lebt meine Familie von dem Geld was Herr Müller uns gibt. Und das die ganze Aufbau-Ost-Geschichte den Bach runter gegangen is, merken wir hier im tiefsten Osten also, ciao


  13. […] Mehr Infos zur Steuerverschwendung hier Wenn man das mal auf alle Bundesländer hochrechnet, wird einem schnell klar, warum wir alle so viel Steuern zahlen müssen und warum Deutschland immer weiter Schulden macht. Viel zu viele Steuern werden auf diese Weise jedenfalls nicht verwendet, um Schuldenberge abzubauen, sondern um sehr bekloppte Aktionen zu finanzieren. Solche Aktionen kennt im Prinzip jeder: Kreisverkehre mit einem Durchmesser von weniger als 5 Metern zum Beispiel. Da passen 3 Fahrzeuge rein (ideal an einer Kreuzung mit vier Richtungen) und dann sind die Dinger voll. Aber die kosten relativ viel in der “Herstellung”. Daher braucht eine Gemeinde oder eine Stadt oder auch mal ein Land viel Geld. Dieses wird ja auch immer schön weiterverteilt, weil die Menschen ja auch gerne mit jedem Regierungswechsel mehr Steuern zahlen. Denkt bei der nächsten Wahl mal darüber nach… […]


  14. meines Wissens ist der Der ursprüngliche Verfasser ist ein Professer
    Prof. Dr. Rainer Praetorius

    Helmut Schmidt Universitaet/ Universitaet der Bundeswehr Hamburg
    Institut fuer Verwaltungswissenschaft D 22039 Hamburg
    Gruß
    I.


  15. Wenn ich mich nciht irre, ist der Autorenname Ücker. So stets jedenfalls im Dokumentnachweis. Kann natürlich auch nur von ihm nachgetiptt sein..


  16. Ich fand den Text sehr gut geschrieben und sehr überzeugend. Abergesehen davon, dass die Baukosten für die neue Fabrik nicht berücksichtigt werden sehr schlüssig.
    Man könnte allerdings noch erwähnen, dass Herr Müller die NPD finanziell unterstützt.

    Für mich sind Leute wie Herr Müller der Grund warum es zum Beispiel die RAF gegenben hat.


  17. Habe die Mail auch bekommen aber in dieser Mail fehlt etwas.


  18. Ein weiterer Grund, diesen genmanipulierten Mist nicht zu kaufen!!!


  19. Ich bin auch kein wirklicher Fan von Herrn Müller. Jedoch wird es immer schwieriger, im Kühlregal Produkte zu finden, an denen Herr Müller nichts verdient.




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h1

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